Manuelle Lymphdrainage in der Ergotherapie

Vorwort

Gerade erlebe ich, wie wichtig auch die kleinen Dinge des Lebens sind: Ich kenne eine Patientin, die an Krebs erkrankt ist, wodurch sich ihr Leben innerhalb kürzester Zeit komplett verändert hat.

Sie kam in ein Krankenhaus, 24 Stunden am Tag umgeben von medizinischem Personal.
Sie hat die Operation gut überstanden und trotz schlechter Prognose den Lebenswillen aber nicht verloren.

Wird sie nach den derzeitigen aktuellen Beschwerden gefragt, klagt sie fast immer nur über ihre Hände.

Die Finger sind durch die Arthrose gekrümmt und geschwollen und schmerzen fast die ganze Zeit.

Sie kann das Besteck nicht mehr gut anfassen/greifen,essen ist für sie zur Mühsal geworden. Doch, das wird leider ( die Gründe sind allg. bekannt)in der Klinik, kaum zur Kenntnis genommen. Das offenbar Wichtigste scheint die Wundheilung zu sein und das ihre Blutwerte sich nahezu in Normwerten bewegen.

Keine Frage, das sind wichtige Aspekte.

Doch für das Wohlbefinden der erkrankten Frau ist sicher mit entscheidend, dass sie wieder alleine essen kann.
Die Interessen von Klinikpersonal und Patientin scheinen hier auseinanderzugehen. Und ich vermute, dies ist kein Einzelfall. Man bat mich um Rat. Ich habe daraufhin einer Ergotherapeutin davon erzählt. Sie empfahl u.a. verschiedene Hilfsmittel fürs bessere Greifen einzusetzen.

Im weiteren Verlauf wurde eine perfekte Lösung gefunden. Mit dieser Lösung und damit adäquater ergotherapeutischer Behandlung ( auch der Schwellung) kann sie wieder alleine essen.
Die Würde ist gewahrt, und damit auch der Lebensmut die Zukunft meistern zu wollen.

Dank an die Ergotherapie !

Allgemeine Einführung:

Bedauerlicherweise ist festzustellen, dass, wenn es um die Belange der Manuellen Lymphdrainage geht, viele in der Ergotherapie Tätige glauben, dass diese Behandlungsmethode alleinig von Physiotherapeuten und/oder Masseuren ausgeführt werden darf.

Das stimmt so keineswegs!

Auch Ergotherapeuten/Innen können sich diese Fertigkeiten aneignen um sie dann bei entsprechender Indikation in die eigentliche ergotherapeutische Arbeit / Behandlung einfließen zu lassen.
Allerdings und das wird an dieser Stelle ausdrücklich betont, ist eine 4-wöchige Ausbildung in Manueller Lymphdrainage, die Physiotherapeuten und Masseure absolvieren müssen, nicht relevant.
Wir meinen vielmehr, dass spezielle Weiterbildungsseminare für
Ergotherapeuten, auf das Anforderungsprofil dieser Berufsgruppe, ausgerichtet sein müssen und daher unseres Erachtens eine Seminardauer von 45 – 60 UE ( 1 Unterrichtseinheit = 45 min.) völlig ausreichend ist.

Achtung

Eindringlich warnen möchten wir allerdings von Seminarangeboten, die es derzeit gibt. (z.B. nur an einem Wochenende, also 1 – 2 Tagen.)
In dieser Zeit wird es kaum möglich sein, den Beteiligten die vielen Facetten der Ödembehandlung in Theorie und Praxis ausreichend und umfänglich genug zu vermitteln .

Es wird sich deshalb wohl nur um fragmentäre und daher vermutlich auch um nahezu völlig unzureichende Wissensvermittlung handeln können.

Sicher profitieren Sie bei dieser Seminarkonstellation kaum davon, zahlen aber natürlich dafür.

Wer in seinem Beruf erfolgreich sein möchte, ( eigentlich muss in dieser Leistungsgesellschaft jeder so denken und (be) handeln) sollte als notwendige Selbstverpflichtung ständig bereit sein, sich neuen und auch anderen Dingen gegenüber zu öffnen und aufgeschlossen sein.

„Normale Standardprogramme„ in der Rehabilitation anzubieten ( das gilt für Physiotherapeuten / Masseure und natürlich auch für die Ergotherapie) kann fast jeder, sich aber den beruflichen „Feinschliff„ zu holen, ist eigentlich die geniale Lösung.

So kann durchaus Weiterbildung zum nächsten Karriereziel führen oder aber eine berufliche Veränderung einleiten/ermöglichen.
Aber auch Berufseinsteiger können sich beim Thema Weiterbildung nicht zurücklehnen. Gerade, wer frisch seine Ausbildung erfolgreich beendet hat, muss sich an den Betrieb, in dem er arbeiten möchte, anpassen.
Oftmals jedoch, passen die in der Ausbildung erworbenen Kompetenzen nicht 1:1 zu den Anforderungen im neuen Arbeitsbereich.

Hier gilt es deshalb möglichst zeitnah dies zu ändern.

Um in diesen Fällen, gute und nachhaltige Behandlungsergebnisse zu generieren, ist es unumgänglich, neben der eigentlichen Grunderkrankung, auch das Ödemproblem ( falls vorhanden ) adäquat mit zu behandeln.

Wir bieten Ihnen deshalb an, speziell für das Anforderungsprofil der Ergotherapie, die Manuelle Lymphdrainage zu erlernen.

Nach Absolvierung des Seminars mit 45 Unterrichtseinheiten, a`45 Minuten, sind Sie dann auch in der Lage, im Zuge Ihres ergotherapeutischen Behandlungsverfahrens immer dann, wenn Schwellungen im Krankheitsverlauf mit vorhanden sind, diese auch erfolgreich und nachhaltig mit zu behandeln.

Sicher wissen Sie, dass Ödeme / Schwellungen Ihre eigentliche ergotherapeutische Arbeit nicht nur erschweren sondern oft auch deshalb gute Therapieergebnisse, ja sogar objektive Befunderhebungen, verhindern können.

Das dabei auch die Lebensqualität, bedingt durch die Schwellungen mit Defiziten in der Gelenkbeweglichkeit , leidet, versteht sich fast von selbst.

Wir möchten die in der Ergotherapie Tätigen gern ermuntern, sich um die Belange der Ödem(mit)behandlung zu bemühen, damit „Ergotherapie aus einer Hand„ angeboten werden kann.

Eigentlich wirft sich in diesem Zusammenhang die Frage auf, wieso bislang innerhalb der Ergotherapie die Mitbehandlung von Schwellungen kaum von wesentlicher Bedeutung war.

Es mag sein, dass man viele Jahre glaubte (vielleicht ist dies auch in der Ausbildung so vermittelt worden ) mit Verfahren wie:
• Muskel und Gelenkpumpe
• Hochlagerungen
• Heiße Rolle
• „Pinselungen„
• Wrapping
• Kryotherapie
• sog.„ entstauende Massagen„
• etc.
ausreichend gewappnet zu sein.

Aktuell muss jedoch festgestellt werden, dass vorgenannte Verfahren kaum oder völlig unzureichend geeignet sind Ödeme/Schwellungen erfolgreich zu reduzieren.

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